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Nachschlag bei Allianz Lebensversicherungen möglich

01. September 2011

OLG Stuttgart stärkt Rechte der Versicherten von Allianz-Lebensversicherungen und ermöglicht Nachforderungen bezüglich Rückkaufswerten. Verjährung droht!

Für Versicherungsnehmer, die in der Vergangenheit bei der Allianz Lebensversicherung ihren Versicherungsvertrag vorzeitig gekündigt haben oder kündigen mussten hat das OLG Stuttgart eine erfreuliche Entscheidung getroffen. Nach der erzwungenen oder freiwilligen Kündigung mussten die Versicherungsnehmer, vor allem bei erst kurz laufenden Verträgen, feststellen, dass von den gezahlten Prämien nichts oder nur ein sehr geringer Teil zur Auszahlung übrig blieb oder die Versicherung mit einer deutlich geringeren Versicherungssumme als beitragsfreie Verträge weitergeführt wurde. Der Grund dafür ist, dass in der Anfangsphase der Verträge die Prämien der Kunden vor allem zur Deckung der Abschlusskosten verwendet wurden. Diese Verrechnungspraxis ergab sich aus den Versicherungsbedingungen der Allianz.

Das Oberlandesgericht Stuttgart hat nun am 18.08.2011 entschieden, dass die von Juli 2001 bis Ende 2007 hierzu verwendeten Versicherungsklauseln der Allianz-Lebensversicherungs-AG wegen Intransparenz unwirksam sind (Az.: 2 U 138/10). Ähnliche Entscheidungen gibt es auch schon zu den Bedingungen von Deutscher Ring, ERGO (Hamburg-Mannheimer), Generali (Volksfürsorge) und Iduna.

Betroffene Versicherungsnehmer haben nach diesem Urteil einen nachträglichen Anspruch auf Auszahlung höherer Rückkaufswerte und ggf. Anspruch auf Erstattung eines Stornoabzugs. Im Fall von beitragsfrei gestellten Verträgen muss die Versicherungssumme neu berechnet werden Die Versicherungsnehmer können daher mit Nachzahlungen rechnen.

Das Oberlandesgericht Stuttgart hat die Revision beim Bundesgerichtshof nicht zugelassen, so dass das Urteil an sich bereits rechtskräftig ist. Möglicherweise wird die Allianz dennoch versuchen, mit Hilfe einer Nichtzulassungsbeschwerde eine höchstrichterliche Klärung der Rechtsfrage herbeizuführen.

Es besteht Handlungsbedarf!

Da wegen der Nichtzulassungsbeschwerde nicht mit einer freiwilligen Zahlung der Allianz zu rechnen ist, droht bei vielen Versicherungsnehmern zum Jahresende die Verjährung der Ansprüche. Von Buttlar Rechtsanwälte empfiehlt daher eine alsbaldige Prüfung der Ansprüche durch versierte Rechtsanwälte, damit noch in diesem Jahr entsprechende Schritte eingeleitet werden können.

Ihr Ansprechpartner: Rechtsanwalt Wolf von Buttlar

 

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