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Medienfonds: Die Finanzverwaltung gibt nicht auf!

08. Dezember 2011

Die Steuerfahndungsstelle hat die steuerrechtliche Konzeption von leasingähnlichen Medienfonds erneut überprüft und hat hierbei bereits gegen einen Initiator, die Hannover Leasing GmbH & Co. KG, ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Der Vorwurf, der in diesem Zusammenhang im Raum steht, ist, dass das Geschäftsmodell lediglich zum Schein mit der Filmherstellung verknüpft worden sei. Bei dem Geschäftsmodell handle es sich deshalb um eine verdeckte Festgeldanlage. Hierzu hat auch das Handelsblatt am 02.12.2002 berichtet.

Bisher ist nicht bekannt, dass die Steuerfahndungsstelle auch gegen andere Initiatoren, wie bspw. LHI oder KGAL, ermittelt, die ebenfalls leasingähnliche Medienfonds aufgelegt haben. Die Konzeption der Fondsgesellschaften ist aber in vielen Fällen nahezu identisch, weshalb zu befürchten ist, dass auch Fonds von anderen Initiatoren noch einmal einer Überprüfung unterzogen werden. Sofern auch hier von einer verdeckten Festgeldanlage auszugehen wäre, könnte die Finanzverwaltung zumindest dann, wenn die Grundlagenbescheide noch nicht bestandskräftig sind, die steuerrechtlichen Verluste in den ersten beiden Jahren der Fondslaufzeit wieder vollständig aberkennen. Zudem besteht selbst dann, wenn die Steuerbescheide für die erste Jahre der Fondslaufzeit bestandskräftig sind, das Risiko, dass die Forderung des Fonds gegen den Lizenznehmer (Vertrieb) in den folgenden Jahren in der Steuerbilanz zu aktivieren ist. Hierdurch kämen ebenfalls erhebliche Steuernachzahlungen sowie die von dem Finanzamt erhobenen Zinsen auf die Anleger zu.

Da somit nicht auszuschließen ist, dass die steuerliche Veranlagung noch einmal zu Lasten der Anleger geändert wird, empfehlen wir Anlegern, verjährungshemmende Maßnahmen gegen ihre Bank einzuleiten. Ansprüche, die in diesem Zusammenhang bestehen, verjähren bei Beteiligungen, die vor dem 01.01.2002 abgeschlossen wurden, definitiv zum Jahresende.

Ansprechpartner: Rechtsanwälte Wolf von Buttlar

 

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