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Widerspruch bei Lebensversicherungen und VW-Abgasskandal führen zu Beschwerden bei der BaFin

14. März 2017

Seit 2012 ist es Verbrauchern möglich, sich beim Mitarbeiter– und Beschwerderegister der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) über Fälle von Missständen bei Banken und Finanzdienstleistern zu beschweren.

Das Bundesfinanzministerium führte dieses Register ein, um mehr Transparenz in die Finanzberatung zu bringen. Ziel sollte es sein Fehlleistungen, zweifelhafte Geldflüsse und ungeklärte Abläufe aufzuarbeiten und zu sanktionieren.

Nach der Einführung des Registers wurden bis heute etwa 29.000 Kundenbeschwerden eingereicht, allerdings waren die Zahlen bis 2015 jährlich rückläufig. Der höchste Anteil waren Beschwerden über Versicherungen und hierbei speziell Lebensversicherungen, gefolgt von KFZ sowie Krankenversicherungen. Ab 2015 stieg die Zahl dann wieder deutlich an. Im Jahr 2016 bearbeitete die Behörde 7985 Beschwerden über Versicherungen, davon alleine 1817 im Bereich der Lebensversicherungen.

Einer der Gründe war, dass der Bundesgerichtshof Kunden von Lebensversicherungen ein „dauerhaftes“ Widerspruchsrecht einräumte, wenn bei Vertragsabschluss fehlerhaft oder gar nicht über das Widerspruchsrecht belehrt wurde. Versicherungskunden beschwerten sich in allen Sparten über Verzögerungen bei der Schadensprüfung, Auszahlung der Versicherungsleistung und generell über die Frage des Deckungsschutzes; ob also überhaupt der Schaden von der Versicherung ersetzt werden muss. Speziell bei den Lebensversicherungen waren Kunden enttäuscht über die Höhe der Versicherungsleistung, da sie sich oft mehr erhofft hatten.

Auch Rechtschutzversicherungen standen häufig in der Kritik und mussten sich einer Prüfung durch die BaFin stellen. Beschwert haben sich viele Kunden von VW, die sich bei dem VW-Abgasskandal mit falschen Abgaswerten ihrer Fahrzeuge getäuscht fühlten. Und sie wurden dann auch noch enttäuscht: Kosten für Schadenersatzklagen wurden von vielen Rechtschutzversicherungsgesellschaften wegen angeblich fehlenden Erfolgsaussichten abgelehnt.

Ansprechpartner: Rechtsanwalt Wolf von Buttlar

 

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